Teehaus im Weissenburgpark

Wer kennt sie nicht, die Namen der ehemaligen 7 Burgen, die im Mittelalter (12. und 13. Jahrhundert) die rund um den Talkessel von Stuttgart standen. Einige sind noch bekannt wie u.a. Weissenburg, Silberburg, Wagenburg oder Reinsburg.

Der Frauenclub hatte einen der Namen in sein Besichtigungsprogramm aufgenommen. Am 7. 7. 2018 war es soweit, er fuhr von Marbach bis zur Haltestelle “Bopser” um dann den Weg zum Teehaus zu Fuß weiterzugehen. Der Bopser ist der Berg auf dem seit 1956 der Stuttgarter Fernsehturm steht.

… der Marmorsaal

Oben angekommen hatte die Gruppe das Glück den sehr schönen Marmorsaal anschauen zu können. Alle waren der Meinung, das ist ein wunderbarer Ort um Feste zu feiern.

… Eingang zum Teehaus

 

 

Um zum eigentlichen Teehaus zu kommen, müssen einige Treppenstufen erklommen werden. Es hat sich gelohnt. Das Teehaus und die etwas höher liegende Aussichtsplattform entschädigten für den Aufstieg. Von dort oben hat man einen wunderbaren Ausblick über unsere Landeshauptstadt Stuttgart.

… Stuttgart vom Bopser aus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Rückweg macht einmal mehr deutlich, daß Stuttgart in einem Talkessel liegt und die schönsten Ecken an steilen Hängen sind. Die  U-Bahn nach Degerloch und die “Zacke” zum Marienplatz beendeten den Ausflug in die Vergangenheit.

Hier noch einige Info’s zur ehemaligen Weissenburg:

Die Besitzer – Ritter – erhielten vom damaligen Landesfürst das Recht Steuern zu erheben. Erlaubt war nur der Bereich im Schatten des Burgfriedes hinab in den Talkessel. Der Schatten ging weit nach unten, da der Burgfried recht hoch gebaut war. Im Tal waren sehr bedeutende Handelsstraßen vom Schwäbischen (hauptsächlich aus Esslingen) ins Badische, was für die Ritter recht einträglich war.

Das behagte den Esslinger Machthabern im 13. Jh. nicht und schickten daher eine bewaffnete Truppe um die Weissenburg zu zerstören. Die komplette Burg wurde geschleift. Es gab nie wieder eine auf diesem Berg.

Das Teehaus wurde im Jahre 1913 vom Fabrikaten und Antikenforschers Ernst von Sieglin als Geschenk an seine Frau errichtet. Für sich baute er unterhalb des Teehauses einen Tennisplatz. Da dieser am Hang lag benötigte er einen Unterbau, den heutigen Marmorsaal. So wie das Teehaus seiner Gattin zum Empfang ihrer Freundinnen diente, war der Saal das richtige Ambiente für Abende seiner Altherrenrunde in würdiger Umgebung.

1987 wurde das Teehaus unter der Schirmherrschaft des Förderverein Alt Stuttgart renoviert. Dabei wurde auch die herrliche Deckenbemalung von Julius Mössel komplett saniert.

… Deckengemälde im Teehaus