Chinareise des Frauenclub Rielingshausen
23. 8. – 9. 9. 2001

Auf Einladung der mit Marbach/N befreundeten Stadt Tongling am Yangtze, in der Provinz Anhui gelegen, besuchte der Frauenclub Rielingshausen Tongling und andere chinesischen Städte und Sehenswürdigkeiten.

Die Organisation hatte das Tonglinger Reisebüro CTS in Zusammenarbeit mit dem Reisebüro Heidi Ziegler aus Marbach/N. Während der ganzen Reise wurden wir begleitet vom Direktor des Tonglinger Reisebüros, Herrn Wu und Herrn Zhao Hua, welcher in Marbach/N gut bekannt ist. Er fungierte als Deutsch-Dolmetscher. In jeder Stadt kam dann noch die örtliche Reiseleitung mit einem weiteren Deutsch-Dolmetscher hinzu. So fühlten wir uns rundherum bestens betreut und gut aufgehoben.

Am Beginn der Reise stand die Hauptstadt Peking mit seinen 12 Mio. Einwohnern. Sicherlich ist Peking schon alleine eine Reise wert. Wer aber wie wir vorhatte, in zentralere Landesteile zu reisen, kann sich in Peking nicht zu lange verweilen. Auf keinen Fall sollte man China an seiner Hauptstadt messen. Hier prallen zwei Welten aufeinander, die sich immer mehr voneinander entfernen. Peking die Weltstadt, die genauso gut in jedem anderen Land der Welt sein könnte. Modern, aufgeschlossen, großzügig, gigantisch, aber eben nicht mehr chinesisch. Sicherlich, die Verbotene Stadt, der Sommerpalast, die Große Mauer, der Himmelstempel, der Lamatempel sind nach wie vor Zeugen einer großen chinesischen Geschichte und Tradition.

Peking bereitet sich heute schon stolz auf die Olympischen Spiele im Jahre 2008 vor. Alles was nach Ansicht der Verantwortlichen nicht ins Bild einer modernen Weltstadt passt wird abgerissen und neu gebaut. So konnten von uns noch die Hutongs (typisch altchinesische einstöckige Wohnanlagen mit Innenhöfen) mit der Fahrradrikscha besucht werden. Man gewährte uns auch einen Blick in solch ein (ausgesuchtes) Haus. Es fehlte weder der Großbild Fernseher noch die Klimaanlage und schon gar nicht der Computer.

Auf dem Besuchsprogramm standen ferner eine Perlenzuchtanlage und ein Krankenhaus für traditionelle chinesische Medizin.

Mit dem Flugzeug ging es weiter nach Xi’an – auch das Tor zum Westen genannt -. Xi’an hieß im Altertum Chang’an und war in dieser Zeit die größte Stadt der Erde mit ca. 2 Mio. Einwohnern. Es war ein Schmelztiegel der Weltreligionen, eine reiche Handelsstadt; war sie doch Ausgangs- bzw. Endpunkt der legendären Seidenstraße.

So schrieb schon i. J. 699 ein chin. Dichter: “Ich mahne Dich, noch einmal trink mit mir den Becher leer! Wo du im fernen Westen bist, gibt’s keine Freunde mehr !”

Xi’an zieht seinen Reiz aus der gut erhaltenen mingzeitlichen Stadtmauer, innerhalb derer man immer noch auf jenes alte China trifft, das im Osten seit 1990 zunehmend der Abrissbirne zum Opfer fällt. Natürlich galt der 8 km langen, noch begehbaren Stadtmauer mit seinen noch erhaltenen gewaltigen Wehrtürmen, ein Besuch.

Ebenso der Grossen Moschee. Diese geht auf das Jahr 742 zurück. Das 12 000 qm große Areal strahlt eine angenehme Ruhe aus inmitten des Verkehrsgewühls und des Verkaufstrubels der Stadt.

Die Grosse Wildganspagode wurde im Jahre 652 von einem buddhistischen Mönch während seiner Pilgerreise nach Indien errichtet und beeindruckte die Besucher des Frauenclubs immer wieder.

Als absolutes Muss und Highlight gilt in Xi’an der Besuch der Terrakotta Armee des ersten Kaisers von China, Qin Shi Huangdi (259-210 v.Chr.). Im Jahre 1974 fanden Bauern der Gegend durch Zufall beim Graben eines Tunnels diese Grabanlagen.

Die Grabanlage umfasst ein Gebiet von insgesamt 225 qkm. Verteilt zwischen innerer und äußerer Stadt liegen zahlreiche Begräbnisgruben: 17 für Pferde, 17 für tönerne Gefäße und 14 für die legendären Terrakotta-Soldaten.

Alle Mitglieder der Reisegruppe waren sich einig, alleine diese Ausgrabungen wäre die Reise nach Xi’an schon wert gewesen.

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Weiter ging es mit dem Flugzeug nach Chongquing am Oberlauf des Yangtze. Die Stadt gilt als größte Stadt der Welt mit mehr als 30 Mio. Einwohner und ist zum Teil direkt an die Felsen gebaut. Hier bestieg die Reisegruppe das Yangtze-Schiff um eine Fahrt auf dem Fluss zu unternehmen. Der Name des Schiffes war MS “Queen”.

Der Yangtze ist mit rund 6300 km der längste Fluss Chinas und der drittlängste der Welt. Zusammen mit seinen 700 Nebenflüssen gilt er als Lebensader für sechs Provinzen. Mit dem Verkehr auf dem Yangtze verbindet sich viel Schifffahrtsromantik. Doch das Leben der Schiffer und der für einen Hungerlohn arbeitenden Schlepper war mehr als hart.

Heute verkehren neben Lastkähnen moderne Kreuzfahrtschiffe.

Fengdu “Stadt der Geister” hieß der erste interessante Halt. Im alten China glaubte man ,dass die Seele eines Verstorbenen vor den Gott der Hölle treten müsste. Doch findig wie immer, wussten die Chinesen einen Ausweg, sie erbauten den Sitz des Königs der Unterwelt. Im Jahre 704 wurde ein erster Tempel auf dem heiligen daoistischen Berg Ming gebaut und dem König der Unterwelt gewidmet.

Als nächstes passiert das Schiff ein echtes Juwel chinesischer Tempelarchitektur – Shibaozhai – die Steinschatzfestung -, welche sich an einen über 30 m nach oben verjüngenden Fels hochzieht.

Am Abend erreichten wir Wanxian, wo das Schiff über Nacht festmachte. Die beiden neungeschossigen Pagoden zum Schutz der Stadt konnten es nicht verhindern, Wanxian ist von dem Bau des neuen Drei-Schluchten-Staudamms am stärksten betroffen. Zwei Drittel der 1,2 Mio. Menschen, die umgesiedelt werden müssen, leben im Verwaltungsdistrikt der Stadt, zwei Drittel Wanxians werden in den Fluten versinken.

Am frühen Morgen erreichen wir die 1. Schlucht, die Qutang-Schlucht, die zu den gefährlichsten Durchfahrten zählt. 107 m ist der Yangtze hier nur breit. Die Kulisse ist sehr beeindruckend. Fast senkrecht aufsteigende Felswände zu beiden Seiten und der reißende Strom zwängt sich hindurch.

Bei der Stadt Wushan bestiegen wir kleine lange Boote, welche uns den Nebenfluss Daning hinauf brachten. Die 3 km lange drei Kleine Schluchten Strecke war mehr als imposant. Am Felsen klebten 2000 Jahre alte Sarkophage. Wie die dort hin gelangten weiß man heute nicht mehr.

Zurück auf dem Kreuzfahrtschiff erreichten wir die Wu Xia-Schlucht (Hexenschlucht). Sie ist 40 km lang und wird von je sechs Gipfeln auf beiden Uferseiten geformt.

Kurze Zeit später entdeckten aufmerksame Beobachter unserer Gruppe eine vorbei schwimmende männliche Leiche. Vielleicht waren nur wir entsetzt?

Die letzte der berühmten Schluchten ist die 76 km lange Xiling-Schlucht. Sie ist sehr beeindruckend und traumhaft schön. Unsere 3 Tage an Bord des komfortablen Schiffes endeten in der Stadt Yichang.

Yichang wurde berühmt durch den Bau des größten Staudammes der Welt des Drei-Schluchten-Dammes. Manche nennen ihn auch “Projekt des Größenwahns”.

Natürlich besichtigte die Reisegruppe aus Marbach/N diese z.Zt. größte Baustelle der Welt. 15.000 Arbeiter arbeiten hier in drei Schichten rund um die Uhr. Ein Wald von Kränen macht einen fast schwindlig. Nach der Fertigstellung im Jahre 2008 wird der Yangtze hier auf einer Breite von 1,8 km mit einer 185 m hohen Mauer gestaut.

Die Bergwelt des mittleren Yangtze wird dabei in einem 40 Mrd. Kubikmeter Wasser fassenden Stausee untergehen. 1,3 Mio. Menschen müssen umgesiedelt werden, 20 Tausend ha Ackerland wird vernichtet, 13 Städte, 140 Kleinstädte sowie historische Stätten werden in den Fluten des Yangtze versinken. Der Nutzen ist die Stromgewinnung für eine Fläche vergleichbar von Deutschland.

Nach diesem beeindruckenden Bauwerk verließen wir Yichang mit dem Bus in Richtung Wuhan.

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Wuhan, eine der Ofenstädte, also mit sehr heißen, feuchten Temperaturen, ist ebenfalls eine Millionenstadt und ist das wichtigste Wirtschaftszentrum in Zentralchina. Dort galt unser Besuch dem Turm des Gelben Kranichs ( Huanghe Lou). Wir hatten von dort einen herrlichen Ausblick über die florierende Stadt, welche beeindruckend großflächig angelegt ist.

Weiter ging die Fahrt vorbei an fast vergessenen Dörfern, ertragreichen Reisfeldern und schöne Gegenden zu unserer mit Marbach/N seit 1990 befreundeten Stadt Tongling in der Provinz Anhui, ebenfalls am gewaltigen, wasserreichen Yangtze gelegen.

Wir trafen dort mit 1 1/2 stündiger Verspätung ein, bedingt durch 2 Buspannen.

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wir werden anfangs noch von der Bevölkerung bestaunt
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bei eine Schluck chinesischen Weines war alles kein Problem mehr
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Rielingshäuser und eine neugierige Schülerin kommen sich näher

Die erste Buspanne brachte uns die Gelegenheit, das Leben eines vom Tourismus bis dahin unberührten Dorfes zu erkunden. Sehr freundliche Menschen begegneten uns, man räumte das Wohnzimmer aus, um den “Langnasen” das dem fernen Europa, Sitzplätze anzubieten. Der Einkauf im einzigen Dorfladen war ein besonderes Erlebnis.

Ein neuer Bus wurde dank des Organisationstalentes unseres Reisebegleiters aus Tongling beschafft und so konnten wir weiterfahren. Wenn auch nicht lange – der zweite Bus streikte nur nach ca. 20 km. Jetzt war unser mitgereister Experte, Udo Zabukossek, an der Reihe. Eine schnelle Diagnose der Ursache, genaue Anweisungen an die emsig arbeitenden chinesischen Fahrer und der Bus konnte schon nach 30 Minuten die Fahrt in Richtung Tongling fortsetzen.

In Tongling zeigte man sich über diese Vorfälle natürlich peinlich berührt. Aber wir kamen heil in der Stadt an. Der neue Oberbürgermeister der Stadt, Herr Liu wartete bereits auf uns.

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Gruppenbild mit Bürgermeister

 Es blieb den Gästen aus Marbach/N wenig Zeit, nur 30 Minuten später war bereits der große Empfang. Alles was in Tongling Namen und Titel hatte war anwesend, incl. Zwei lokale Fernsehsender. Welchen guten Namen der Frauenclub in China besitzt und wie wichtig den Tonglingern die gute Beziehung zu ihrer ersten Partnerstadt Marbach/N ist, wurde nicht nur an diesem Abend deutlich.

 

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Brigitte Wolf im Gespräch mit Bürgermeister Liu

Frau Wolf konnte Herrn Oberbürgermeister Liu einen Brief und ein kleines Geschenk von Herrn Bürgermeister Pötzsch überreichen. Dieser drückte seine große Freude über den erneuten Besuch einer Delegation des Frauenclubs aus der Stadt Marbach/N aus.

Das anschließende Festbankett zu Ehren der Gäste aus Marbach/N ließ keine Wünsche offen.

Der nächste Tag begann mit einem Besuch eines Kindergartens. Natürlich war alles auf unser Kommen vorbereitet. Die Kinder hatten ihre Festtagskleider an. Stolz zeigte man uns das chinesische Vorschulerziehungsprogramm. Von Computerschulung, Fremdsprachenunterricht, Sport, musikalische Früherziehung bis hin zum Unterricht an Instrumenten ist heute in Tongling angesagt. Umwelt- und Gesundheits-Erziehung werden groß geschrieben.

Als nächstes waren wir zu Gast bei der Berufsbildungsakademie. Dies ist eine Art Berufsfachschule mit 3.000 Schülern. Es werden dort z.B. Köche, Kaufleute, Hotelfachleute, Mechaniker etc. ausgebildet. Diese Schule sucht dringend, nachdem bereits gute Kontakte mit der Berufsschule Bietigheim-Bissingen bestehen, Kontakte zu weiteren Berufs- oder Berufsfachschulen bei uns im Lande.

Des Weiteren wurde die größte Leinenspinnerei Asiens besucht. Beide Geschäftsführer führten uns durch die Hallen. Einige Damen der Reisegruppe durften ein Stück ihres Wunschstoffes mit nach Hause nehmen. Mitangeschlossen an diese Fabrik ist eine Immobilienfirma. So hatten wir die Gelegenheit ein neu erstandenes Stadtviertel mit erstaunlich schön gebauten Häusern, Wohnungen sowie Parks im vornehmen Villenstil besuchen. Die Wohnungen und Häuser werden wie bei uns verkauft. Der Kaufpreis liegt bei ca. 3.000 Yuan (ca. 900 DM pro qm.) Ein Besitzer bot uns die Möglichkeit einer Hausbesichtigung. Wir stellten übereinstimmend fest, dass es keinen Unterschied zum gehobenen europäischen Standard gibt. Genau für diese Aussage interessiert sich auch die chinesische Presse und das Fernsehen. So musste die 1. Vorsitzende des Frauenclubs dies nochmals vor laufenden Fernsehkameras wiederholen.

Stolz zeigte man uns die neuen Stadtviertel, alles die letzten zwei Jahre aus dem Boden gestampft, die Sportpaläste, die Schulen, die Kindergärten, das Jugend- und Frauenhaus, die großzügig, schönen zum Gigantismus neigenden Parkanlagen mit künstlicher Beleuchtung, die uns Marbacher ein bisschen an unsere Weihnachtszeit erinnert haben. Das Rathaus der Stadt, welches nach Aussage ja schon über 10 Jahre alt und somit fast unbrauchbar geworden ist, zeigte man uns nicht. In einem Jahr soll ein neues Rathaus bezugsfertig sein, das dann allen Ansprüchen genügt. Wir sind davon überzeugt. Die Vorsitzende der Frauenvereinigung Tongling empfing uns auch und gab am Abend ein mehrgängiges Festessen, welches die Gäste aus Marbach/N zu vorgerückter Stunde in bester Stimmung verließen.

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Das Frauen- und Jugendzentrum erfreute uns mit diversen musikalischen Höhepunkten chin. großer Meister und der Peking Oper, welche für unsere Ohren aber leider mehr eine Beanspruchung denn Genuss ist. Natürlich gaben die Reisemitglieder des Frauenclubs spontan wieder eine Spende für ein örtliches Kinderhilfsprojekt in Tongling der Frauenbeauftragten. Fast glaubt man es nicht, die Not der Armen wird immer größer.

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Der letzte Abend, so wurde mehrfach betont, war eine besondere Ehre für uns. Wir wurden empfangen vom 1. Parteichef der Stadt und des Kreises Tongling, Herrn Chen, welcher im Jahre 1999 unsere Stadt Marbach/N noch als Oberbürgermeister der Stadt Tongling besuchte. Bei dieser Gelegenheit erhielten wir etwas Unterricht über die Rangordnung in einer Stadt. Herr Chen würdigte einmal mehr die gute Zusammenarbeit und die Freundschaft mit der Stadt Marbach/N und hob hier besonders die Verdienste des Frauenclubs hervor und richtete Grüße an Herrn Bürgermeister Pötzsch aus. Er übermittelte der Gruppe aus Marbach/N Grüße eines guten Bekannten, des damaligen Bürgermeisters der Stadt Tongling, Herrn Wang Yang, der jetzt Minister der Zentralregierung in Peking für Auslandskontakte und Wirtschaftsbeziehungen ist. Diese Grüße und Wünsche von Herrn Minister Wang Yang möchte man bitte auch an den ehemaligen Bürgermeister der Stadt Marbach/N, Herrn Keppler und Herrn Prof. Dr. Sorg weitergeben. Ferner wurde übermittelt, dass Minister Wang Yang weiterhin mit großem Interesse die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Marbach/N und Tongling beobachtet und sich sehr über den Besuch des Frauenclubs in Tongling freut. Brigitte Wolf versäumte es nicht ihrerseits viele Grüße an Herrn Minister Wang Yang auszurichten mit den besten Wünschen für seine Zukunft. Ihre Frage ob Minister Wang Yang , wie sie im Fernsehen gesehen hat, den Vertrag zum Kauf der Magnetschwebebahn für Shanghai von Deutschland mit unterschrieben hat, wurde stolz mit – Ja – beantwortet.

Ein abschließendes Gespräche mit Herrn Zhang Shanglian vom Auslandsamt der Stadt Tongling zeigte der Gruppe aus Marbach/N die geänderten Interessen der Stadtregierung Tongling für die Beziehungen mit Marbach/N. So wird jetzt (wohl in Anbetracht der Olympiade in China) eine Austausch auf sportlichem Gebiet, Fußball, Handball, Tischtennis, Schwimmen, Turnen etc. angestrebt. So sei es wünschenswert, dass bei Großveranstaltungen dieser Vereine mit internationaler Besetzung in Marbach/N auch Sportler aus Tongling eingeladen werden.

Ebenso würde man sich freuen, wenn der Einladung zu gleichen Veranstaltungen nach Tongling Sportler aus Marbach/N und Umgebung Folge leisten würden. Stolz erzählte man von Sportveranstaltungen in Tongling mit Sportlern aus England, Portugal, Schweden, Chile und Australien. Man hofft sehr das nächste Mal auch mit Marbachern.

Etwas enttäuscht berichtete man vom letzten internationalen Fußballturnier in Tongling mit Gästen aus den Partnerstädten bei welchem Tongling kein einziges Spiel gewinnen konnte. Der Trainer wurde daraufhin selbstverständlich sofort gefeuert!

Brigitte Wolf versprach den Wunsch nach Sportleraustausch an geeigneter Stelle vorzubringen.

Schüler- und Lehreraustausch war das nächste Wunschthema von chinesischen Seite. Hier wurde erörtert, dass gute Englischkenntnisse Voraussetzung wären. Auch hier wird die Vorstellung und Wünsche an die Schulen in Marbach/N weitergegeben werden.

Mit dem Zug verließ die Gruppe Tongling in 7- stündiger Fahrt nach Shanghai, der letzten Station der Reise. Shanghai, die 17 Mio. Stadt mit dem großen Hafen, dem größten Fernsehturm Asien (465 m hoch). Die längste Hängebrücke der Welt (8346 m mit Auf- und Abfahrt), verbindet die alte Stadt mit dem neuen Stadtteil Pudong, hier Hochhaus an Hochhaus. Hier wächst und verändert sich für jeden sicht- und hörbar, täglich alles rund um die Uhr. Man glaubt den Chinesen gerne welche sagen, Shanghai laufe bald Hongkong den Rang ab.

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Der Rest Shanghais wurde sukzessiv abgerissen und keine andere Stadt Chinas hat ihr Antlitz in den letzten Jahren so vollständig gewandelt wie diese. Man weiß nicht so ganz ob man den Abriss und Wiederaufbau im alten Stil der Altstadt rund um den bekannten Yu-Garten schön finden soll. Auf jeden Fall haben wir den Yu-Garten mit dem legendärem Teehaus ebenso einen Besuch abgestattet wie auch dem Jadebuddha-Tempel.

Man weiß als Laie auch nicht so genau woher China das Geld für all diese Projekte nimmt. Auf Fragen hört man immer wieder – Investoren sind ausländische Firmen und Banken -.

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Flughafen von Shanghai

Früh am Morgen des 8. September, bei heißem Wetter, verließ die Gruppe Shanghai, konnte nochmals den neu erbauten Flughafen bestaunen, mit dem Flugzeug der KLM Richtung Amsterdam. Nach 10 1/2 stündigem Flug erreichten wir Amsterdam. Was hier auf uns wartete war nicht nur kaltes, windiges Wetter, sondern eine Stornierung unseres Weiterfluges nach Stuttgart. So mussten wir in der Nacht mit all unserem Gepäck uns auf den Weg mit der Bahn nach Stuttgart machen. Auf diese Erfahrung und Abenteuer hätte die ganze Gruppe gerne verzichtet.

Aber die schlechten Wetterbedingungen ließen eine Landung der kleinen Maschine nach Stuttgart nicht zu. So erreichten wir hundemüde mit 12-stündiger Verspätung tiefbeeindruckt die Heimat.