„In 175 Tagen um die halbe Welt”

Von Athen nach Peking: Radler nimmt Gäste mit auf die Reise

Robert Reischl hat eine weite Reise hinter sich gebracht. Der Rielingshäuser ist im vergangenen Jahr von Athen nach Peking gefahren – mit dem Rad. Jetzt, am 23.Januar 2009, berichtete er in einem Bildvortrag in der Gemeindehalle in Rielingshausen auf Einladung des Frauenclubs Rielingshausen und des Museums- und Heimatvereins von dem ungewöhnlichen Abenteuer. Die Gemeindehalle war mit über 300 Gästen mehr als voll besetzt.
Robert Reischl ist seit Anfang Dezember „radfrei“. Zwar ist der 62-jährige bereits im August von seiner großen Radreise zurückgekommen, aber so einfach, wie er sich das vorgestellt hatte, war es dann doch nicht, mit dem Radfahren plötzlich wieder aufzuhören. „Nach einer Woche war mir ganz komisch“, gibt er zu. Sein Arzt meinte nur: „Kein Wunder nach einer solchen Tour.“ Also wurde langsam abtrainiert.
Für Robert Reischl ist 2008 „doch ein sehr besonderes Jahr gewesen“. Deshalb hat der Rielingshäuser den Jahreswechsel auch in aller Ruhe verbracht – und dabei sicher auch all das Revue passieren lassen, was er erlebt hat auf seiner Radreise nach Peking. In seinem Bildvortrag erzählte er eindrucksvoll von dem Abenteuer.
Und zu erzählen gab es genug. Immerhin hat Reischl in insgesamt 175 Tagen die halbe Welt umrundet und dabei mehr als 13 000 Kilometer auf dem Fahrrad hinter sich gebracht. Die Reise führte ihn und 15 Mitradler vom Austragungsort der Olympischen Spiele 2004 in die Olympiastadt 2008, also von Athen nach Peking. Dazwischen: die Türkei, Georgien, Aserbaidschan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan und Kasachstan – sowie jede Menge Erlebnisse, Begegnungen, Begebenheiten und (wie gesehen) Fotomotive. “Ich habe Länder kennengelernt, von denen ich zuvor nicht mal wusste, wie man sie schreibt”, sagte er.

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Täglich legte die Gruppe zwischen 100 und 200 km zurück. Sie überquerten Pässe, strampelten durch die Wüste oder quälten sich durch verschlammte Straßen. Unvergesslich sind ihm die Offenheit und die Großzügigkeit, mit der die Einheimischen die Radler empfingen. “Die Menschen haben selbst so wenig und trotzdem alles für uns getan – unglaublich”, erzählt Reischl.

8000 Bilder hat Robert Reischl auf der Tour aufgenommen. „Natürlich kann ich nicht alle zeigen“, betont er und lacht. Er führte aus, dass der Abend ca. zwei Stunden dauern werde – Pause inklusive.
Der erste Teil beschäftigte sich mit den ersten neun Ländern der Reise, der zweite Part drehte sich rund um die Erlebnisse in China bis hin zur Eröffnung der Olympischen Spiele im August. Untermalt wurden die Fotos von jeweils landestypischer Musik, die er teilweise von seiner Reise mitgebracht hatte.
Robert Reischl sagte, dass er zwar über die Reise erzählen wird, „aber auch viele Bilder für sich sprechen lassen werde“. „Es ist manchmal besser, wenn jeder Zuschauer seine eigenen Eindrücke bekommt.“ Reischl vergleicht das Zuschauen mit dem „Mitradeln mit den Augen“, was auch eindrucksvoll gelungen ist.

Kurz vor Ende der Reise wartete auf Robert Reischl in der chinesischen Provinzhauptstadt X’ian eine besondere Überraschung: Seine Frau Elisabeth empfing ihn dort, um mit ihm seinen 62. Geburtstag zu feiern und gemeinsam die letzte Etappe nach Peking zu fahren. Ankunft war der Platz des Himmlischen Friedens. “Das war ein gigantisches Erlebnis.”

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Der Frauenclub Rielingshausen hat als erster Robert Reischl „gebucht“. Die Idee, überhaupt zu Bildvorträgen einzuladen. Bei seinem Abschiedsfest im vergangenen Februar waren sich alle Gäste einig: „Wir wollen hinterher mehr über diese Reise erfahren.“ Deshalb hat er sich nach seiner Rückkehr seinen Fotos gewidmet, sortiert, zusammengefasst und mit einem speziellen Computerprogramm eine eigene Bilderschau erstellt. So wie es aussieht, ist Reischl für die nächste Zeit mit Vorträgen ausgelastet und somit können noch viele Zuschauer mit auf diese eindrucksvolle Reise genommen werden.
2009-01-23-0060Brigitte Wolf vom Frauenclub und Eberhard Rouff vom Heimat- und Museumsverein bedankten sich im Namen ihrer Vereine für den gelungenen Abend.