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“I got Rhythm”
Spuren des Jazz in der Kunst

Das Thema veranlasste den Frauenclub diese  Ausstellung zu besuchen. Am Samstag, den 16. Januar 2016 war es soweit. Jeder war gespannt, Interessantes über die Bilder, die Künstler und die damalige Zeit zu erfahren.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts eroberte der Jazz die USA und Europa. Er inspirierte Generationen von Künstler, darunter Maler wie Otto Dix, Jackson Pollock oder Marlene Dumas. Diese Werke waren in der Stuttgarter Ausstellung zu sehen. Das Kunst Museum feierte 2015 sein zehnjähriges Bestehen und widmet sich in dieser Schau dem Thema Kunst und Jazz seit 1920. „Es ist ein Gang durch die Kunstgeschichte“ meinte Phillip Singer, der die Ausstellung sehr kompetent erklärte.

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Phillip Singer – Otto Dix – Großstadt-Triptychon

Es war etwas ganz Neues, was da aus den USA herüberschwappte. Die schnellen, leichten Rhythmen, zu denen auch gut getanzt werden konnte, faszinierten eine vom Ersten Weltkrieg verstörte Gesellschaft. Zu den frühesten Bewunderern der neuen Musikszene gehörten die Berliner Maler George Grosz, Otto Dix und Max Beckmann. In ihren Bildern beschwören sie die Halbwelten der Großstadt, in denen kleine Jazzkapellen neben Varietekünstlerinnen, Nachtschwärmern und Kriegsinvaliden auftreten. In bestimmten Kreisen gehörte Jazz in den goldenen Zwanzigern einfach zum guten Ton. Er riss mit und hob sich stark ab von den Konventionen der wilhelminischen Ära.
Jazz und Tanz waren zunächst untrennbar miteinander verbunden. Amerikanische Tänze wie Shimmy, Foxtrott und Ragtime wurden auch in Europa schnell populär. Auf Jazz zu tanzen, galt als Herausforderung und war nichts für “deutsche Oberlehrer”, Leute mit “Stehkragen” und solche, die Angst hatten, “sich lächerlich zu machen”, wie George Grosz in seinen Memoiren schrieb. Es gehörte etwas Ungezwungenes, Leichtes zum Jazz.

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Paul Colin, Tumulte noir, 1929, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Sehr interessant war es für uns vom Frauenclub, etwas über die Frauen aus der damaligen Zeit zu erfahren. Exemplarisch sollen hier zwei Künstlerinnen vorgestellt werden, eine Sängerin und eine Malerin.

Am virtuosesten verkörperte es Josephine Baker (1906-1975), eine Pariser Varietékünstlerin im Bananenröckchen, die in den 1920er Jahren auch in Berlin auftrat. Viele Künstler der Weimarer Zeit verehrten sie regelrecht.
Neben Malern wie Grosz und Dix – mit seinem Großstadt-Triptychon -, die im Nachtleben der Großstädte ihren festen Platz behaupteten, inspirierten Jazz und die neuen Tänze auch Künstlerinnen, die heute fast vergessen sind.

Zu den vielen emanzipierten Frauen gehörte vor allem Lotte B. Prechner (1877-1967), die später aufgrund ihrer jüdischen Herkunft und expressionistischen Ästhetik als “entartet” verfemt und verfolgt wurde.

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Jazztänzerin (1929), Lotte B. Prechner

1929 entstand ihr Bild “Jazztänzerin”, das noch im selben Jahr in der Berliner Ausstellung “Die Frau von heute” gezeigt wurde. Sie stelle hier “den modernen, emanzipierten Frauentypus der 1920er-Jahre dar, androgyn gekleidet mit Hut und langer Hose”, eine Frauenfigur, die an Marlene Dietrich erinnere und die hier auf einer Bühne selbstbewusst zu Jazzmusik tanzt.

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hier noch einige Bilder des Besuchs und das offizielle Video