Aus anfänglicher Skepsis wird fröhliche Freundschaft

Der Frauenclub hat am Samstag, den 25. Juni 2011 ein deutsch-türkisches Freundschaftstreffen mit Grillen veranstaltet.

„Begegnungen können zu Bausteinen des Lebens werden”, zitiert Ellen Beni jene Aussage, die sie irgendwo einmal gelesen und abgespeichert hat. Sie ist eine der rund 60 Besucher des deutsch-türkischen Freundschaftstreffens, das vom Frauenclub in Rielingshausen veranstaltet wird und findet das Zitat passend für diese gemeinschaftliche Aktion, bei der Menschen zweier Kulturen miteinander ins Gespräch kommen. Im Rielingshäuser Kelterstüble sitzen türkische Mitbewohner gemütlich mit ihren deutschen Nachbarn an den Biertischen und lassen es sich schmecken. Vielerlei Kuchen, bunte Salate und türkische Leckereien, wie Kichererbsenmus oder Börek, die türkische Strudel-Variante, stehen einladend auf dem vielfältigen Buffet. Draußen grillen die Männer und sorgen für Nachschub auf den Tellern. Sogar ein Lamm wurde zerlegt und brutzelt neben Rindfleischstücken und Hähnchenschenkel auf dem großen Grill, der in der Außenanlage aufgestellt wurde.

wie man es sieht – es schmeckt allen

 

Wie es zu der Idee des gemeinsamen Essens kam, erzählt Brigitte Wolf, die Vorsitzende des Frauenclubs, mit großer Begeisterung. Es ist ihr anzusehen, wie sie sich über diesen weiteren Integrationsschritt der türkischen Freunde am Ort freut. Obwohl sie das Wort Integration überhaupt nicht mag, wie sie deutlich hervorhebt, denn sie hält es für überflüssig, “wenn man sich gegenseitig einfach akzeptiert und aufeinander zugeht”, ist sie erleichtert, dass die meisten angemeldeten Gäste schließlich doch gekommen und auf das Angebot des Frauenclubs eingegangen sind. Am Anfang der zaghaften Versuche, sich näher zu kommen, stand nämlich die Nachhilfe für die Schulkinder, die ebenfalls von dem Verein organisiert wird und die Tatsache, dass insbesondere türkische Mütter dem Ganzen etwas misstrauisch gegenüber standen. “Da war viel Skepsis zu spüren”, sagt die engagierte Frau, die es ich zu Herzen nimmt, wenn etwas nicht so richtig läuft oder wenn Menschen in eine benachteiligte Position geraten.

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Bilder vom Grillfest

Dann muss sie einfach Abhilfe schaffen. So auch mit dem eben genannten Umstand. Ihr kam die Idee, den Frauen anzubieten: “Wir bekochen euch und ihr uns”, damit die Annäherung behutsam beim Blick in den jeweils anderen Kochtopf erfolgen kann. Ein vorweihnachtliches Backangebot, bei dem die schwäbsichen Gutsle die Hauptrolle spielten, folgte. Und als sich die Männer daraufhin beschwerten, weil sie sich von all dem Treiben ausgeschlossen fühlten, gab es als drittes Angebot schließlich das türkisch-deutsche Grillfest für die ganze Familie. Arzu und Sultan Kaboglu jedenfalls sind froh, dass es so jemanden, wie Brigitte Wolf gibt, die das Ganze initiiert und in die Hand nimmt.

Deshalb wurden sie auch aktiv, um dem Treffen auf die Sprünge zu helfen. “Unsere Landsleute sind nämlich nur schwer über die Presse zu erreichen”, sagt die fröhliche Türkin Arzu, die Abhilfe weiß. “Wir suchen dann eben die persönliche und telefonische Ansprache und helfen so etwas nach!” Es hat funktioniert.

Marbacher Zeitung (26.6.2011) von Cornelia Ohst

Noch eine Anmerkung:

Während des Grillens wurde von Seiten des Frauenclubs darauf hingewiesen, dass eine Spendenaktion für Tirebolu angelaufen ist. In der ehemaligen neuapostolischen Kirche lagern bereits eine große Menge an Kleidern, Schuhe, Bettwäsche, sowie Utensilien die die Kinder in der Schule dringend benötigen wie Klebestifte, Bleistifte Scheren und anderes. Außerdem würden demnächst 10 Computer von einer Freiburger Firma geliefert werden.

Brigitte Wolf bedankte sich daher bei allen Helferinnen für ihren Einsatz beim Sortieren sowie allen Spendern für die Unterstützung.

Hier ist noch ein Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten (30. Juni 2011) zu dieser Aktion.

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einige Bilder zu dieser Aktion

Leider war es dem Frauenclub nicht möglich, diese Aktion für Tirebolu durchzuführen. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen der Türkei konnte die Lieferung nicht nach Tirebolu versandt werden. Die Waren wurden daraufhin nach Rumänien verschickt. Die Menschen dort waren sehr dankbar für die unverhoffte Spendenaktion.