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Strafvollzugsmuseum Ludwigsburg

Es ist schon ein eigenartiges Gefühl ein Gefängnis zu besichtigen. Der Frauenclub machte dies am Sonntag, den 8. November 2015. Die Frage war: „Wie lebte es sich hinter Gittern?“. Den meisten Besuchern sind die Gebäude an der Schorndorfer Straße in Ludwigsburg bekannt, natürlich nur von außen. Alle waren gespannt, einen Eindruck vom Gefängnisleben in der Zeit von 1748 bis 1990 zu bekommen.

Eingang Strafvollzugsmuseum
Eingang Strafvollzugsmuseum

Das Strafvollzugsmuseum befindet sich in einem ehemaligen Gefängnisgebäude, das 1748 als Teil des Herzoglichen Zucht-und Arbeitshauses Ludwigsburg erbaut wurde. Dieses Haus diente im 19. Jahrhundert u.a. als erstes Jugendgefängnis von Württemberg und als Außenstelle der Festungsstrafanstalt Hohenasperg. Bis in die 1990er Jahre wohnten hier Bedienstete der Anstalt, wie z.B. der katholische Anstaltsgeistliche.
Die Dauerausstellung besteht aus einem historischen Teil im Erdgeschoß und einem aktuellen Teil im Obergeschoß.
Im Erdgeschoß wird ein Überblick vom barocken Zuchthaus bis ins frühe 20. Jahrhundert gegeben. Hier ist u.a. eine Gefängniszelle aus den zwanziger Jahren mit originaler Einrichtung aufgebaut.
Eine eigene Abteilung ist der Todesstrafe in Deutschland gewidmet. Spektakulärste Ausstellungsstücke sind zweifellos die beiden Guillotinen aus Berlin bzw. Rastatt, die erst 1949 ihre Tätigkeiten einstellten. Im Ludwigsburger Strafvollzugsmuseum ist u. a. die Guillotine zu besichtigen, mit der in Tübingen der Raubmörder Schuh am 18. Februar 1949 hingerichtet wurde.

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Guillotine
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Herr Viehöfer mit einem Richtblock

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Austellungsbereich über den heutigen Strafvollzug im ersten Obergeschoß versucht dem Besucher Einblicke zu geben in eine Welt, die ihm sonst verschlossen bleibt.

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eine der Originalzellen
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Gerätschaften der Werkstätten
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Herr Viehöfer bei seinen Erklärungen

Der Museumsleiter, Herr Dr. Viehöfer, erklärte den Besuchern sehr anschaulich und mit Witz das nicht einfache Leben hinter Gefängnismauern. Er schilderte von den Anfängen der Anstalt über die diversen Geräte bis zu den Nachbildungen einer Zelle von Stammheim alles sehr deutlich. Man konnte spüren, wie schwer es den Insassen fiel, hier leben zu müssen.