Besuch bei Herrn Prof. Gunther Stilling in Güglingen

Am Sonntagnachmittag, den 18. August 2013 war eine Gruppe des Frauenclubs, sowie Interessierte, wie der Ortsvorsteher von Rielingshausen, Eberhard Ruoff und Ellen Beni als Gäste bei Herrn Prof. Stilling in Güglingen zu Besuch.

Die Einladung war ein Gegenbesuch für den Besuch von Prof. Stilling beim 25jährigen Jubiläum des Frauenclubs im Juni 2012.
Schon am Eingang zu seinem Anwesen schaute uns ein Bronzekopf an. Im Garten selbst standen viele Skulpturen, idyllisch unter einem Magnolienbaum oder gelehnt an eine Mauer, oder frei stehend – stets eine ganz besondere Wirkung.
Beeindruckend war eine Platte aus Bronze mit vielen, vielen Händen darauf, welche sich versuchten festzukrallen oder auch flehten. Es wurde ein Plastik für eine Gedenkstätte bei Rom. Hier gab es im letzten Krieg einen Racheakt der Nazis gegen die Zivilbevölkerung.
Sehr bezeichnend und ergreifend.
Der Künstler selbst erzählte uns aus seinem interessanten Leben, gespickt mit Anekdoten. Flüchtlingskind – aus ärmsten Verhältnissen, 5 Kinder mit der Mutter, ohne Vater. Eine harte Schulzeit. Als er dem Lehrer seine Pläne kund tat – das Gymnasium zu besuchen – meinte dieser: „Was, Du als Flüchtlingskind?“ Er sagte selbst von sich, dass er nie ein guter Schüler war. Trotzdem schaffte er das Abitur. Sehr zum Entsetzen nahm er ein Kunststudium an der Kunstakademie auf. Seine Mutter meinte: „Dafür habe ich nicht so viel geschafft und gespart, ich dachte Du machst was Rechtes!“ Etwas Rechtes hat er doch gemacht und die Mama konnte später stolz sein. Als einer der Jüngsten wurde er Professor an der Universität Kaiserslautern.
Er konnte sich trotzdem oder gerade durch die Professur künstlerisch weiter entwickeln.
Vor einigen Jahren ging er nun in den Ruhestand, oder den Unruhestand. Er hat nun ein Atelier in Pietrasanta bei Carrara/Italien. Er zählt zu den bekanntesten Künstlern auf dem Gebiet der Bronzeskulpturen weltweit.
Seine Kunstwerke schmücken heute Gedenkstätten in mehreren Ländern der Welt. Die interessanten Skulpturen sind auf der ganzen Welt zu finden.
Was zeigen nun seine Skulpturen? Griechische Sagenhelden? Römische Krieger? Menschen in Not und Bedrängnis? Auf Fragen meinte der Künstler augenzwinkernd: „Jeder soll sich selbst was überlegen!“
Er fertigt aber auch Skulpturen aus Marmor, Metall und Stein. Zum Teil sind die Kunstgegenstände bis zu 4 Meter hoch, wie im Falle von einer Skulptur bei New York/USA. Die künstlerischen Figuren stehen in Berlin am Checkpoint Charly, in Heilbronn vor einer Bank, in der Staatsgalerie in Stuttgart, Regierungspräsidien Südbaden und Nordwürttemberg, in Kaiserslautern und in Nürtingen, natürlich auch in Brackenheim und Güglingen.
Große Ausstellungen waren 2009 in Valle dei Templi, Museum Agrigent (Sizilien) und in diesem Jahr im Palaco Medici in Florenz.
Bei Kaffee und Kuchen (mitgebracht aus Rielingshausen) kam man dem Künstler aber auch seiner Kunst näher.
Prof. Stilling lebt in Güglingen in einem ehemaligen Forstamt mit Schuppen und Garten.
Das Haus strahlt einen besonderen Charme aus. So ist es voll mit seinen eigenen Kunstwerken in Kleinformat. Mit Gemälden vom Künstler selbst und anderen namhaften Künstlerkollegen.
Seine Sammlungen beinhaltet auch eine große Sammlung der afrikanischen Kunst.
Um den Bogen nun zu dem Thema, warum hat der Frauenclub diesen Kontakt, zu spannen, hier wird es auch noch erklärt.
Tongling in China, die Marbacher Partnerstadt, ist eine bekannte Kupferstadt in China.
Die Stadt ist Nr. 1 in China, die Nr. 3 weltweit in der Kupferproduktion. Mit zunehmendem Reichtum der Stadt wollte man auch einen Skulpturenpark eröffnen. Heute stehen schon etwa 100 Skulpturen von namhaften chinesischen Künstlern, aber auch von international bekannten Künstlern dort in Tongling.
Er wurde von Tongling zu einem Symposium nach China eingeladen. Anlässlich des letzten Besuchs der Delegation aus Tongling zu unserem Jubiläum in Rielingshausen wurden erste Kontakte geknüpft. So war auch Prof. Gunther Stilling anwesend. Das Projekt wurde perfekt gemacht. Leider  hatte Prof. Stilling bis heute keine Zeit gehabt um nach China zu reisen, die Skulptur dort in Tongling zu fertigen oder die Fertigung nach seinen Angaben zu überwachen. Brigitte Wolf gegenüber,  (Ehrenbürgerin von Tongling),  hat er nun signalisiert, dass er im Spätherbst dieses Jahres eine Reise vorgesehen hat. Tongling wird sich freuen.
Der Frauenclub freute sich über einen ganz einzigartigen Nachmittag und eine lehrreiche Einführung in eine beachtliche Kunst.

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