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Oft mehr Begleitung als nur Betreuung

Marbach-Rielingshausen: Die Damen vom Frauenclub helfen bei den Hausaufgaben – seit zehn Jahren

Auch wenn Stephanie Haupt nur einen Bruchteil davon erlebt hat: Die Rektorin der Quellen-Grundschule in Rielingshausen ist sich sicher, “dass zehn Jahre Hausaufgabenbetreuung ein Grund zum Feiern” sind. Deshalb hat sie die Damen des Frauenclubs gestern (12. Juli 2016) auch zu einer gemütlichen Kaffee-, Kuchen- und Dankeschön-Runde in die Schule eingeladen.

Einige Frauen kommen an diesem Nachmittag direkt von der Hausaufgaben-betreuung, die einmal wöchentlich in der Quellen-Grundschule stattfindet.
Zum Team gehören Inge Götz, Margarete Jeutter, Inge Bahr, Inge Hüftle, Gudrun Jung, Ute Knödl, Annerose Schmiedt, Christel Kaussmann, Brigitte Wolf und Brigitte Seiter.
Ebenfalls in den vergangenen zehn Jahren mit angepackt haben Margit Geiger, Angelika Schürrle-Wolf, und Margret Zabukoosek, wobei letztere 2010 verstorben ist.

Angefangen hat alles vor etwas mehr als zehn Jahren, als Brigitte Wolf im Urlaub einen ehemaligen Lehrer traf, der “ganz begeistert von seiner Hausaufgaben-betreuung erzählt hat” wie die Erste Vorsitzende des Rielingshäuser Frauenclubs berichtet. “Das könnte doch auch etwas für Marbach sein”, dachte sich Brigitte Wolf.

War es aber nicht. “Da hatten wir gar nicht genügend Leute”, so die Vorsitzende. Also hat man ein Gespräch mit der früheren Rektorin der Quellen-Grundschule,
Frau Blanka Mandel, geführt und war sich schnell einig. Im Juni 2006 startete man einen Versuchs-Ballon und bot erstmals Hausaufgabenbetreuung an. “Es war ein Erfolg”, erinnerte sich Brigitte Wolf. “Zum September haben wir das Angebot dann etabliert”.

Bis zu 20 Kinder betreuten die Damen vom Frauenclub bei den Hausaufgaben. “Zum Schuljahresende hin werden es erfahrungsgemäß weniger”, weiß Brigitte Wolf. Momentan seien es rund zehn Kinder, “aus allen Schichten und verschiedenen Nationalitäten”, wie sie berichtet. Sie werden bei den Hausaufgaben unterstützt, es gibt aber auch Lernhilfen, die eine oder andere Lockerungsübung, Diktate, Vorlesen oder auch mal Englisch-Konversationsrunde.

Stephanie Haupt, die jetzt seit fast einem Schuljahr Rektorin ist, ist für das Engagement der Damen “unendlich dankbar” wie sie am Dienstag betont.
“Heutzutage googlen Kinder ihre Fragen. Wenn sie stattdessen einen Lehrer oder jemanden bei der Hausaufgabenbetreuung fragen, ist das etwas Besonderes.”
Es habe sich in den vergangenen zehn Jahren vieles verändert. “Aber nach wie vor suchen Kinder Vorbilder und Bezugspersonen”, so Haupt. Und genau deshalb sei
auch die Arbeit der Damen so wichtig. Auch wenn sie nur eine Stunde pro Woche Zeit hätten: “Sie sind oft mehr Begleitung als nur Hausaufgabenbetreuung.
Ich wünsche mir, dass das weitergeht”.

Als Dankeschön gab es keine Blumen für die Damen, sondern einen Scheck über 100 Euro. Den werden die Frauen voraussichtlich “für ein soziales Projekt mit Kindern”
einsetzen, wie Brigitte Wolfspontan erklärt. “Der Weihnachtswunschbaum 2016 ist zum Beispiel nicht mehr fern”, fügt sie an. “Uns fällt da bestimmt mehr als genug ein”.

Bild und Bericht von Sandra Brock (Marbacher Zeitung vom 13. Juli 2016)